Kierdorf gilt als "Wiege" des Braunkohleabbaus – Bauern graben erstmals um 1738 planmäßig nach "Turff". Um 1820 entstehen erste tiefere Gruben und 1872 werden erste Brikettpressen eingesetzt. Die ersten Gewerkschaften wurden gegründet und 1892 liefert das erste Kleinkraftwerk Strom. 1907 Inbetriebnahme des Schrämbaggers "Eisener Mann". 1909 sind 29 Gruben in Betrieb, die jährliche Fördermenge beträgt 17,4 Mio. t. Im 2. Weltkrieg steigt die Fördermenge auf 68,8 Mio. t /a. Die ältesten Gruben im Südrevier werden rekultiviert.
1956 der erste Großtagebau "Frechen" wird aufgeschlossen. Die Tagebaue wandern mit den Kohleflötzen nach Norden. Bergheim Fortuna, Fortuna Garsdorf, Garzweiler, Hambach und Inden werden aufgeschlossen. Das Verhältnis Abraum zu Kohle steigt und die Flötze liegen immer tiefer, bis über 300m.
Die gesamte Fördermenge von Braunkohle bis 2025 betrug 9 Mrd. Tonnen. Es mussten ca. 30 Mrd. m³ Abraum bewegt werden und ca. 40 Mrd. m³ Sümpfungswässer abgepumpt werden. Das Grundwasser in der Kölner Bucht ist dabei nicht gefährdet. Es ist nahezu unerschöpflich. 2025 sind noch 3 Großtagebaue in Betrieb und speisen jährlich ca. 90 TWh Strom ins Netz.
Insgesamt wurde eine Fläche vom 300 km² beansprucht. 210 km² sind davon rekultiviert und fruchtbarer als zuvor. Sie weisen auch einen höheren Waldbestand auf. Der Naherholungswert ist nicht vergleichbar.