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der Baufortschritt im Zeitraffer
Informationen zum Projekt
Aufgrund des bergbaubedingten fehlenden Grundwasserkontakts wird das neue Gewässer mit dem vor Ort vorgefundenen Schluff abgedichtet. Für den Bau des neuen Gewässerabschnitts werden rund 280.000 m³ Boden bewegt. Der Boden wird vollständig im Projektgebiet für die Gestaltung der Aue genutzt.
Die Erft hat hier einen mittleren Abfluss von rund 3 m³/s und bereits heute ein großes Überschwemmungsgebiet, das erhalten bleibt. Die Nebengewässer Kleine Erft und Türnicher Mühlengraben werden wie bisher mit Wasser aus der Erft versorgt.
Zur Verbesserung der Gewässerökologie gestaltet der Erftverband in einem heute 2,5 km langen Abschnitt zwischen den Ortslagen Gymnich, Brüggen und Balkhausen die Erft neu. Ziel dieser Renaturierung ist der Bau eines naturnahen, gewundenen Flusslaufes. Die Gestaltung orientiert sich am Leitbild eines kiesgeprägten Tieflandflusses. Die neue rund 5,5 km lange Trasse der Erft wird in Sichtweite des Wassererlebnisparks auf den ehemaligen Golfplatzflächen durch eine vielfältige Auenlandschaft geführt. Mit dem Bau von drei neuen Brücken werden die bestehenden Wegeverbindungen aufrechterhalten. In der Kleinen Erft wird eine neue Wehranlage gebaut. Die Arbeiten wurden Oktober 2025 abgeschlossen.
Ziele der Renaturierung
Die Renaturierung der Erft zwischen Erftstadt-Gymnich und Kerpen-Türnich dient der Wiederherstellung eines naturnahen, ökologisch wertvollen Gewässerabschnitts und damit der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Durch die Schaffung vielfältiger Sohl- und Uferstrukturen als Lebensräume für Fische und die kleinen in der Gewässersohle lebenden tierischen Organismen – das Makrozoobenthos – wird der ökologische Gewässerzustand verbessert. Das neue sogenannte Raugerinne sorgt mit seinen Steinriegeln dafür, dass Fische und andere Gewässerorganismen die Erft an dieser Stelle frei auf- und abwärts durchwandern können und die Nebengewässer weiterhin mit Wasser versorgt werden. Der gesamte neue Gewässerabschnitt wird frei von Wanderungshindernissen sein. Der neue 5,5 km lange Flussverlauf ist an die natürliche Aue angebunden, die bei Hochwasser überschwemmt wird. Durch die Neutrassierung auf Flächen im Eigentum von Erftverband und Rhein-Erft-Kreis und den weitgehenden Verzicht auf Befestigungen von Sohle und Böschung, wird die natürliche Gewässerentwicklung gefördert. Für einen zusätzlichen Hochwasserschutz wurde im Auftrag des Rhein-Erft-Kreises eine Überlaufschwelle zur Kiesgrube gebaut, die die Wassermengen bei extremen Hochwasserereignissen dort hineinleitet. Die gesamte Maßnahme kostet rund 10 Mio. Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Renaturierung mit dem Höchstsatz von 80 Prozent.
Das Projekt
Natürliche Flussauen gehören zu den artenreichsten und ökologisch interessantesten Lebensräumen Mitteleuropas. Der auch im Erft-Einzugsgebiet in der Vergangenheit betriebene technische Gewässerausbau hat zu einer Verarmung der Lebensgemeinschaften beigetragen. Um naturnahe Lebensräume für eine auentypische Flora und Fauna entwickeln zu können, sind vielfältige Strukturen im und am Gewässer wichtig, die auch gleichzeitig zur Klimaresilienz beitragen. Ein kiesgeprägtes Tieflandgewässer hat eine kiesige Sohle. Flach- und Steilufer gehören ebenso wie Totholz zur naturnahen Ausstattung hinzu. So finden die Gewässerbewohner ihre jeweiligen speziellen Lebensräume und Unterschlupfmöglichkeiten.
Erft
Gymnicher Str. Str.
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Planungszeitraum:
2007 - 2023
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Baubeginn:
Aug. 2024
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Ende der Baumaßnahme:
März 2026
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auf einer Fläche von:
100 Hektar
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Bewegter Boden:
280.000 m³
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auf einer Strecke von:
2,5 km
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Flusslauf verlängert um:
3 km
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Kosten:
10 Mio. EUR